Bild

 

Schneeglöckchen 

Die Schneeglöckchen flüstern mit Anmut vom Kommenden.
Mit Sehnsucht
mit Erinnerung
mit Fantasie
bringen die Frühlingslüfte mir dein Bild.
Streichle die Spinnweben fort.
Küsse vergilbte Bilder.
Und warte still.



Sterne fallen leise
Doch sie brennen endlos
in den Wartesälen der pochenden Herzen
Mein Lächeln zeigt dir deinen Weg
Beende dein Zweifeln
Vertraue





Soldat

Der Krieg ist aus.
Mütterchen trockne dir die Träne.
Frauchen brauchst nicht mehr zu warten,
streichle das Söhnchen, küsse das Töchterchen.
Im Graben liege ich tot für die Heimat.
Hoffte, mein Brief mit den Tränen der Schlachten,
mit der Sorge und Sehnsucht nach euch,
mit meiner Identität,
trägt der Kamerad nach Haus.
Pflanzt das Lebensbäumchen für mich,
für die Heimat, für die Soldaten.
Bitte tränkt es mit den Tränen um mich.
Soldat, wirst manipuliert,
du hier – ich dir gegenüber.
Gehen wir rückwärts ohne einen Schuss!





Sonettversuch

Kindergeschrei so geh ich daran vorbei
weinen sie sanft oder laut oder leise
zittern kleine Körper ängstlich und verstört
starr der Blick mach zu die Ohren einerlei

Schick ich die Verantwortung auf die Reise
wen kümmern denn die fremden kleinen Wesen
gar manch eine Mutter die ist taub und blind
dem Ehemann nur will sie sein wohlgesinnt

Will sie nicht in des Kindes Augen lesen
immer weiter stillt der Vater Lust am Kind
ist’s seelenleer es keinen Beschützer find

Zur Beruhigung – passiert ja immer mal
soll ich etwas tuen so wird Mut zur Qual
kein Raum für Freunde verschiebt sich die Moral

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