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Lähmung 

Auf den Gräbern ruhen die Spinnweben der Zukunft
Sieh
Du stehst geblendet im Strom der Gegenwart


wo ist Wärme
wo ist Handeln
wo ist Aufmerksamkeit
wo ist Zuhören
wo ist Nähe

wo ist Bewegung

Unbemerkt rückt Zeit die selbe Geschichte in die Weite

wo ist dein Herz
wo ist dein Verstand
wo sind deine Augen
wo sind deine Hände

wo sind deine Füße

Bin ich angepasst
Nein – zu viele Furchen ins Gesicht gegraben
Bist Du angepasst



Lebenslinie

Ich verlasse niemals die Menschen
die mein Herz sammelt.
...vielleicht räumlich
...vielleicht körperlich.
Und ihr?





Liebe?

die roten Lippen küssen noch nicht feucht
zu viele Risse
ausgewechselt die Person
doch rinnt schon Sehnsucht in alle Fasern
des ausgetrockneten Leibes
beginnen deine Küsse zu wärmen
glüht mir mein Gesicht
richten sich die Wünsche auf
ist die Freude nicht zu bändigen
schmecken Küsse nun lebendig





Lass mich heut die Sehnsucht überholen
Längst hab ich Anlauf genommen
Und steh schon auf dem Sprungbrett
Kaum dass ich Balance halten kann
Soll ich – ruf ich dir zu
Augen zu und Sprung
Sprung in die Ungewissheit
Augen zu und zurück
Zurück in die Sehnsucht?
Da unten wartest, lauerst du auf mich
Und nun freier Fall
Ich fliege auf der Überholspur in deinen Schoß





Lust

Ich liebe dich nicht
Aber ich fliehe aus Lust in deinen Körper
Vielleicht liebe ich dich doch
Ich erwarte dich in der Flut aus weichen Kissen
Befreiung dann
Bleibt der Seelenkasten ohne Herzklopfen
Gezähmt in diese Zärtlichkeit
Besessen deinen prallen Worten lauschend
Eine Wahrheit des Augenblicks





Lauf nicht der Zeit voraus
Lass der Zeit die Zeit





leben?

ist es nicht sonderbar
ich bin geboren
klein, blutig, weich
da werde ich ziehen durch die Jahre
da werde ich vergehen

wieder klein
zerbrechlich wie trockenes Holz
hart

ist es nicht sonderbar
dass das Genießen
nur so zu sitzen
nur so Zeit zu spüren
mich schuldig stimmt





Liebe Marta!

Liebe Martha,
zarte Fee,
deine Tränen, Musik, wie die Saiten der Bandura.
Zuhause bin ich.
Windstille über`m Feld.
Und bald macht endlich der Mond mir eine Art von Wärme,
die mein Herz zerreißt – weil nicht deine Wärme.
Schon glaubte ich
die für uns bestimmte Orgelmusik zu hören,
liebe Martha.
Ach aber weh – die Zeit hatte schon Schatten auf den Wunsch gelegt.
So bleibt alles wie es ist, Liebste
und ich finde Geborgenheit im Schoß der Natur.





Lausche

DEIN flüstern zieht mich in der Nacht aus den Schmerzen.
In der Nacht, in der Dunkelheit, in der ich unruhig im Zweifel liege.
DEIN flüstern trägt mich aus der schier endlosen Nacht
in die Ablenkungen des Tages.
Trägt mich in die Herrlichkeit des Lebens.


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Ines - Kathrin September 2017

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